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Deutsche Webseiten häufig zu hässlich

Deutsche Webseiten häufig zu hässlich

Münster (dpa) – Viele deutschsprachige Internetseiten brauchen eine Schönheits-OP. „Ohne Ästhetik geht es nicht“, sagt ein Psychologe. Sonst suchen Nutzer das Weite. Der Experte rät: Weniger Pomp, mehr klare Linien.

Im deutschsprachigen Internet gibt es nach Ansicht des Psychologen Meinald Thielsch noch immer zu viele hässliche Webseiten. „Bis dato hat man immer nur den Inhalt und die Benutzerfreundlichkeit betrachtet. Jetzt gibt es mit der Ästhetik eine dritte Dimension, die man nicht unterschätzen sollte“, sagte der Experte vom Forschungsbereich Psychologische Diagnostik an der Universität Münster im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Er arbeitet seit zehn Jahren am Thema Webästhetik. Thielsch war an rund einem Dutzend Studien zur Online-Ästhetik beteiligt. Sie spiele bei der Bewertung von Websites eine immer entscheidendere Rolle.

Inhalt, Benutzerfreundlichkeit und Schönheit sind nach Ansicht des Forschers alle von unverzichtbarer Bedeutung. Es sei alles nur eine Frage des Zeitpunktes. „Natürlich ist beim Surfen erstmal der Inhalt relevant. Niemand geht ins Internet, um tolle Websites anzuschauen. Man will informiert werden, man will alles schnell finden.“ Bei der Frage, ob jemand eine Internetseite weiterempfehlen würde, komme es auf die Inhalte an. „Aber ohne Ästhetik geht es nicht“, betonte Thielsch. „Die Ästhetik ist der Türöffner. An ihr entscheidet sich, ob ein Nutzer auf der Seite bleibt oder ob er sie wieder verlässt. Diese Dimension zählt beim ersten Eindruck also viel mehr als Inhalt und Benutzerfreundlichkeit.“ Ein Webauftritt solle möglichst alles bieten: „Gute Inhalte, Übersichtlichkeit und eine schöne Optik.“

Das hätten viele Firmen offensichtlich aber noch nicht erkannt, kritisierte der Psychologe. „Es überrascht immer wieder, wie viele hässliche Websites es heute noch gibt. Meistens liegt das an den hohen Kosten für ein gutes Design, aber manchen Unternehmen ist wohl auch noch nicht klar, wie wichtig ein schöner Internetauftritt ist.“ Schließlich belegten die Studien, dass der Inhalt allein nicht den maximalen Erfolg bringen kann. Er muss auch schön präsentiert werden.

Was aber bedeutet im Internet ästhetisch oder schön? „Sehr wichtig sind Farben“, so Thielsch. „Dunkles, gesättigtes Blau nehmen Nutzer beispielsweise als schön wahr. Pastelltöne kommen meist auch gut an. Insgesamt geht der aktuelle Trend zu ruhigen Designs mit Freiflächen und einer geordneten Drei-Spalten-Optik“, fasste der 32-Jährige zusammen. Nutzer, die es lieber knallig rosa-grün hätten, gebe es zwar auch. „Interessant ist aber, dass die ästhetischen Vorstellungen für Websites doch sehr einheitlich sind. Man denkt immer, dass Ästhetik etwas sehr Individuelles ist, aber die Studien haben gezeigt, dass Designs sehr ähnlich auf die Menschen wirken.“

Will ein Unternehmen mit seiner Website punkten, sollte es nach Ansicht von Thielsch vor allem ein Design wählen, das sowohl zu den Produkten als auch zu den Nutzern passe. „Die Website einer Unternehmensberatung muss zum Beispiel anders aussehen als die eines Buchladens.“ Ein schöner Internetauftritt könne aber allen Unternehmen positive betriebswirtschaftliche Effekte einbringen – unabhängig davon, ob es dabei um höheren Kaufwillen, Verkaufssteigerungen, mehr Glaubwürdigkeit oder Seriosität, Neukundenakquirierung oder guten Service für treue Kunden gehe.

„Und dabei wirken dann wieder alle drei Faktoren zusammen. Ein schönes Design kann zum Beispiel ablenken. Unsere Studien haben gezeigt, dass schlechter Inhalt und schlechte Benutzerfreundlichkeit besser bewertet werden, wenn die Seite gut aussieht.“ Auch kann ein guter Inhalt laut Thielsch schlechte Benutzerfreundlichkeit ausgleichen. „Die Leute sind sehr leidensfähig, wenn sie etwas wirklich wissen wollen. Auch wenn sie lange auf einer Seite suchen müssen, empfehlen sie sie weiter, wenn der Inhalt stimmt.“

  • Quelle: web.de (dpa)