Individuelle Webentwicklung

Nicht immer ist eine Standardsoftware ausreichend um individuelle Anforderungen gerecht zu werden, wir schaffen Lösungen

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Wie schütze ich mich als Freelancer vor der krassen Kundschaft?

Diesen Satz kennen wir alle: Das war leider ein Missverständnis. Diesen Satz hört weder der Auftraggeber noch der Auftragnehmer gerne, denn das bedeutet, dass das Ganze mit Kosten Stress und Zeit verbunden ist.

In dem Artikel erfährst du wie man mit dem richtigen Vertrag die Kundenbeziehung besser gestalten kann. Die Theorie sieht in der Praxis oft anders aus, oft sind falsch verstandene Interpretationen oder differenzierte Auslegungen von Abmachungen der Grund, z.B. der Kunde kommt mit der Zahlung nicht nach, verlangt unsinnige Anforderungen wie den Projektumfang ständig zu erweitern oder ständigen Besuch in seinem Büro um den Fortschritt zu besprechen usw. Diese Kunden werden dann sehr nervig.

Ich schreibe hier, wie es so manchen von uns schon ergangen ist. Ein Kunde will den Freelancer auf Gewinneinbußen verklagen. Der Kunde hat selbständig einen festgelegten Termin um acht Wochen vorverlegt ohne mit dem Freelancer zu sprechen. Der Kunde schickte dann eine E-Mail und fuhr für 3 Wochen in den Urlaub, er war der Meinung diese Mitteilung genügt. War leider nicht so. Erstens kann man keinen auf Gewinneinbußen verklagen, wenn noch kein Gewinn erzielt wurde, in diesem Fall existierte noch nicht einmal ein Gewerbe und außerdem stand im Vertrag nichts über fix definierte Lieferfristen.

Damit dir so etwas nicht passiert, zeige ich dir im Folgenden auf was du aufpassen musst.
Zuerst musst du dir über folgende Dinge im Klaren sein.

  1. Projekt-Zeitrahmen
  2. Projekt-Umfang
  3. Arbeitszeiten
  4. Bezahlung oder Nicht-Bezahlung
  5. Verzögerung bzw. das nicht treffen von Deadlines
  6. Projekt-Wartung

Werkvertrag: Zwischen dem Kunden und dir

Der Werkvertrag ist das wichtigste Papier eines Freelancers. In diesem Vertrag wird die Herstellung der Sache vertraglich festgehalten, dies kann eine Herstellung oder auch eine Dienstleistung sein. Wichtig ist, dass du für deine Arbeit und den Erfolg der Tätigkeit einstehst. Am Ende soll ein Werk entstanden sein und dafür wirst du dann bezahlt.
Hier kommt auch schon das erste Problem. Wenn du nicht genau beschrieben hast um welches Werk es sich handelt, kommt der Kunde und möchte hier und da noch Änderungen, denn aus der Sicht des Kunden ist das Werk ja noch nicht abgeschlossen. Aus der Praxis weiß man, dass es völlig egal ist was man vorher abgesprochen hat, und der Kunde fühlt sich immer im Recht. Er wird das Recht einfordern, da er ja für ein perfektes Werk gezahlt hat. Hier entsteht dann ein Konfliktpotential, dann herrscht höchste Alarmstufe besonders in den Zeiten von „Persptual Beta“ und „Try-Fail. Repeat“.

Pflicht- und Lastenheft, sollte dein bester Freund werden

Ein gutes Pflichten- sowie Lastenheft.

  1. Beispiel: Es ist nicht dein Problem als Entwickler, Texte zu verbessern, wenn keine qualitativ ausreichenden Texte für die Website geliefert wurden
  2. Ein Kontaktformular funktioniert nicht, dass Postfach deines Kunden ist voll. Der Absender wird sich an dich wenden, weil er mit deinem Kontaktformular die E-Mail verschickt hat und die schließlich nicht bei deinem Kunden ankam

Die Ansichten vom Kunden und dir unterscheiden sich oft. Im Pflicht- und Lastenheft werden die Wünsche und Möglichkeiten von beiden Seiten festgehalten. Hier müssen die Ziele und die Nicht-Ziele aber ausführlich angeführt werden. So kann eine Definition von Nicht-Zielen dir viel Stress ersparen. Z.B. Du willst die Serverwartung nicht übernehmen, dann schreib das in das Heft. Das alles ist ja nichts Neues, aber du sieht wie wichtig eine Definierung von Nicht-Zielen ist. Der Umfang des Werks muss auch genau festgelegt werden, welche Arbeiten erbracht werden sollen und welche nicht. Die Anfertigung eines Landingpages kann zu einer Website dazugehören, aber ein Tracking? Tracking heißt für den Kunden die Spurensuche, der Kunde sieht, was mit seiner Landingpge gemacht wird und woher es kommt. Implementiert werden kann es, wenn er seine Flyer mit QR-Codes tracken will. Hier entsteht dann Konfliktpotential.
Benutzt dein Kunde ein gewisses Fachvokabular, kannst du dich trotzdem nicht verlassen dass alles verstanden wird. Lieber etwas mehr ins Pflicht- und Lastenheft einschreiben, denn der Kunde ist nicht der Fachmann, sondern du. Du selbst musst aus den Beschreibungen deines Kunden die richtigen Anforderungen definieren. Hierzu gehört, dass du gemeinsam mit deinem Kunden die Anforderungen besprichst. Es kommt nämlich oft vor, dass ein Kunde über eine „Mobile First“ spricht, aber eine responsive Website meint. Ich Laufe des Requirements Engineering solltest du dir von deinem Kunden eine Unterschrift unter die Anforderung setzen lassen. Dann bist du auf der sicheren Seite.

Gutes Projektmanagement, damit deine Kunden dich mögen

Du solltest festhalten, wann du mit einem Arbeitspaket fertig bist, außerdem solltest du Meilensteine einbauen, zu denen eine Teilzahlung erfolgt. Auch sollte festgehalten werden falls jemand vom Vertrag zurücktreten will. Sei auch vorsichtig z.B. eine Installation CMS für einige Tausend Euro zu verkaufen, es kann gerechtfertigt sein oder aber auch nicht. Es wäre ja möglich, dass dein Kunde dann zur Konkurrenz geht und dir dann eine WordPress-Installations unterschiebt. Eine „Setup und Konfiguration Apache-Server + Installation Drupal 8 + Einrichtungs Reverse-Proxy wäre nachvollziehbar.

Zu einem seriösen Auftragnehmer gehören immer ein Projektmanagement, ein Projekt-Struktur-Plan sowie eine Meilensteinliste. Daraus ist dann ersichtlich, wer was in welcher Zeit leistet und wer wem welches Material zur Verfügung stellt. Ob du dann eine Objekt- Funktions- oder Zeitorientierte Gliederung anbietest ist vom Projekt und von dir selbst abhängig.

Die AGBs, Die Rettung in der Not

In deinen AGBs sollte unter anderem stehen, dass du Deadline-Änderungen nur schriftlich und vier Wochen im Voraus akzeptierst, sowie Abschlagszahlungen zu den abgenommen Meilensteinen die bereits fertig sind.

Sollte ein Kunde nicht rechtzeitig zahlen, es kann vieles dahinter stecken, wie Vergesslichkeit, oder auch Unwilligkeit, auch für diesen Fall solltest du Vorsorge treffen. Du solltest auch klar deinem Kunden die Arbeitszeiten mitteilen, damit er dich nicht zu unmöglichen Zeiten anruft.

Fazit

Die richtige Verständigung ist das a und o.
Grundbedingungen für eine gute Zusammenarbeit sind solide AGBs. Bei einem Werkvertrag kannst du noch projektspezifische Vereinbarungen festhalten. Man sollte sich einfach und genau ausdrücken, damit alle Beteiligten sich sicher sind, dass gute Qualität abgeliefert wird.
Eine offene klar verständliche Kommunikation zwischen Kunden und dir, sowie dem Werkvertrag, den AGBs und einem solidem Projektmanagement bilden dann eine gute und lange geschäftliche Beziehung.